
München 1880
- Verdun 1916
Franz Marc wird 1880 in München geboren. Er beginn im Jahr 1899 sein Universitätsstudium der Theologie und Philologie und wechselt 1900 an die Kunstakademie München zu Gabriel von Hackl und Wilhelm von Diez. Während seiner Paris-Reise faszinieren ihn 1903 vor allem die impressionistischen Maler. Anschließend verlässt Franz Marc die Akademie und arbeitet die nächsten Jahre in München. Im Jahr 1907 heiratet er die Malerin Maria Schür, die ein uneheliches Kind hat. Bereits im Jahr 1908 wird die Ehe anuliert und Franz Marc geht nun eine Beziehung zu Maria Franck ein, sie heiraten im Jahr 1913. In seinen frühen Künstlerjahren findet der Maler unter dem Einfluss von van Gogh zum inneren Wesen seiner Tiermotive. In Brakl's Moderner Kunsthandlung findet 1910 seine erste Ausstellung statt, dabei wird er von seinem Mäzen Berhard Koehler unterstützt. Noch im selben Jahr findet die zweite Ausstellung der "Neuen Künstlervereinigung München" statt, die von vielen Seiten kritisiert wird. Auf Grund Franz Marcs Rezension über die Ausstellung wird der Künstler in den Kreis um Wassily Kandinsky aufgenommen. Bald darauf kommt es zu Spannungen und Zerwürfnissen innerhalb der Gruppe und führt schließlich zur Gründung "Der Blaue Reiter". Neben der Ausstellung der "Neuen Künstlervereinigung München" eröffnet die Galerie Thannhauser 1911 die Ausstellung "Der Blaue Reiter", die auf Deutschlandtour nach Köln, Berlin, Bremen, Hagen und Frankfurt geht. Parallel dazu findet im Jahr 1912 die zweite Ausstellung des "Blauen Reiter" mit grafischen Arbeiten statt. Es stellen auch die Vertreter "Der Brücke" mit Klee und die russischen Künstlern Malewitsch, Gontscharowa und Larionow aus. Zeitgleich erscheint der "Almanach Der Blaue Reiter", herausgegeben von Franz Marc und Kandinsky. Beeinflusst von der Paris-Reise mit August Macke im Herbst 1912 und dem Besuch bei Delaunay kommt es im Schaffen Franz Marcs zu einer stilistischen Wende. Er beginnt nun, beeindruckt von Delaunays Fenster-Bildern und den Futuristen, seine Bildformen prismatisch aufzubrechen und mehr reine Töne und Kontraste zu verarbeiten. Seine Tierdarstellungen werden in diese aufgebrochenen Bildformen als Symbolträger integriert. Der Künstler gelangt mehr und mehr zur Abstraktion, es kehren jedoch in seinen Arbeiten die figurativen Tiersymbole immer wieder zurück und bedeuten für ihn spirituelle Reinheit und Erlösung. Franz Marcs bekanntes Gemälde "Tirol" (1914) entsteht unter den Eindrücken seiner Südtirol-Reise im Jahr 1913 mit seiner Frau Maria Marc. Im Sommer des Jahres 1914 schafft Marc sein Hauptwerk "Der Turm der Blauen Pferde" und "Tierschicksale". Hier findet der Künstler unter dem Einfluss der französischen Avantgarde und der Tiersymbole zu einer eigenen Bildsprache. Noch im selben Jahr plant der Maler gemeinsam mit Kandinsky, Kubin, Klee, Heckel und Kokoschka eine illustrierte Bibelausgabe. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist Franz Marc unter den Freiwilligen und wird in Frankreich eingesetzt. Der Künstler fällt am 4. März 1916 in Verdun. Marcs letzte Arbeit ist das "Skizzenbuch aus dem Felde".